Wie im Grossen – so im Kleinen

„Zwischenfall in der DEUTSCHEN SCHULE in Managua – „Colegio Aleman Nicaraguense“

Im Gedenken der Opfer des Regimes Ortega/Murillo haben Schülerinnen und Schüler des „Colegio Aleman Nicaraguense“ (Deutsche Schule in Managua“) am Montag und Dienstag nach Ostern schwarz gekleidet mit blauweissen Nationalflahnen demonstriert. Dabei wurden sie von Enkeln des „Herrscherpaares“ und ihren bewaffneten „Bodyguards“ fotografiert und ihre Namen notiert. Die Anhänger der Regierung besetzten die Cafeteria des Colegios, hissten FSLN Fahnen und verteilten „Poster“ mit „Daniel 2021“ auf dem Schulgelände. Mutige Sdhülerinnen und Schüler holten die FSLN-Flagge vom zentralen Fahnenmast und beförderten sie in den Müll.

Die Deutsche Nicaraguanische Schule, an der die Enkelkinder des Präsidentenpaares Ortegas/Murillo studieren, betonte in ihrer Reaktion auf den Vorfall, die Schule sei „unpolitisch“.

Eine Gruppe von Schülern hatte vorher ein Video mit Propagandaposter zugunsten der FSLN und den Slogans „Adelante comandante, vamos a vencer“ oder „Daniel 2021“ gepostet hat. In dem Video hört man den Kommentar: „Wir üben Meinungsfreiheit aus, spontan, friedlich und ohne jemanden zu verletzen. Wir drücken uns nicht respektlos aus, wie sie (Erklärung: die blauenweissen Demonstranten) es tun.“Die Schulleitung bestritt nicht, dass die betreffenden Schülerinnen und Schüler zur Familie Ortegas/Murillo gehören und dass es zwei gegensätzliche Gruppierungen im colegio gibt. Sie betont aber gleichzeitig, dass man am „Colegio Aleman Nicaraguense“ keine Partei-Propaganda wie in den öffentlichen Schulen sehen kann. Der Direktor betonte, die deutsche nicaraguanische Schule, ist privat und definiert sich als „unpolitisch und weltlich“. Er stellte klar, dass hier nicht nur Kinder von Regierungsbeamten, sondern auch von Mitgliedern der Opposition studieren.

Der Direktor sagte weiter in einer veröffentlichen Erklärung : „Es sind keine Gruppen- oder Einzelauftritte oder Demonstrationen im öffentlichen Bereich auf dem Schulgelände erlaubt. Dazu gehören auch das Aufhängen von Fahnen politischer oder religiöser Natur sowie das Aufhängen von Bannern und Aufklebern ohne vorherige Genehmigung der Schulleitung“. Die Verwaltung forderte ihre Schüler auf, ein „gesundes Zusammenleben“ zu gewährleisten, und bekräftigte, dass die Schule „nicht der richtige Ort für politische Demonstrationen ist“.

Die deutsche nicaraguanische Schule war bereits in der Vergangenheit durch Mitglieder des orteguistischen Regimes in eine schwierige Situationen geraten. Ende November 2018 hielt Ortegas Polizei einen ihrer Sportbusse an und vermummte Polizei-Agenten mit AK-47-Waffen überprüften die Rucksäcke der Schülerinnen und Schüler.

In einem „sanften“ Kommuniqué erklärte damals das colegio dazu: „Als Schule lehnen wir diese Art von Verfahren der Polizei und ihrer Antiterrorgruppen ab, da sie die Ruhe unserer Schüler, Eltern und Schulgemeinschaft beeinträchtigen“.

KLEINE ERGÄNZUNG am Rande: Eifrige „minúsculus“ (so nannte die „Primera Dama“ abfällig alle Demonstranten gegen „ihre Familie“) haben natürlich sofort zu rechnen begonnen: O/M haben 22 Enkel, die ins angesehene „Colegio Aleman Nicaraguense“ in Managua gehen. Die errechneten Kosten für diesen Schulbesuch der 22 Enkel (matricula mitgerechnet) ergeben 90.820 US Dollar pro Schuljahr – dabei nicht gerechnet die Kosten für „bodyguards“ und der Transport in acht edlen „camionetas“.

Gobierno “cristianosocialista y solidario


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.