Tourismussektor verliert massiv Arbeitsplätze seit April 2018

Die blutige und gewaltsame Unterdrückung durch das Regime Ortega-Murillo auf die Proteste der nicaraguanischen Zivilgesellschaft und Opposition (bestehend aus demonstrierenden StudentenInnen, Frauen, Müttern, Bauern und Unternehmern sowie Mitgliedern der Kirchen) hat den in Nicaragua vom Tourismus lebenden grossen und kleinen Unternehmen schwere Verluste gebracht. „Etwa 70.000 Arbeitsplätze sind verloren gegangen und damit mehr als die Hälfte, was die Tourismusindustrie generiert“, klagte die Präsidentin der Nationalen Tourismuskammer von Nicaragua (Canatur), Lucy Valenti.

Laut offiziellen Angaben schafft der Sektor jährlich mehr als  120.000 Arbeitsplätze. Aufgrund der blutigsten Krise seit den 80iger Jahren, bleiben aber die Touristen in dem sonst wegen seiner Gastfreundschaft und den beeindruckenden Schönheiten des Landes aus.

Wegen der unsicheren und gefährlichen Lage reagierten längst schon ausländische Regierungen mit Reisewarnungen und Reiseveranstalter mit Streichungen in ihren Angeboten – gebuchte Reisen wurden „gekanzelt“. Als Folge bleiben  Hotels, Pensionen sowie Restaurants leer.

Personalkürzungen und Kündigungen bleiben nicht aus. Nach den Worten von Valenti mussten bis Ende Juni etwa 80 Prozent der kleinen Hotels schliessen und in Managua, wo die wichtigsten grossen Hotels des Landes sind, ist die Auslastung um 12 bis 14 Prozent gesunken (verglichen mit einem Jahresdurchschnitt von 67 Prozent).

Von den 2.500 bei Canatur registrierten Restaurants haben fast 800 geschlossen (32 Prozent). „Die Tourismusbranche wurde hart getroffen“, resümierte Valenti. Der gesamte Prozess ist bisher unaufhaltsam, solange die Situation im Land sich nicht gebessert hat.

Für die Zentralbank wird die Branche nach bisherigen Schätzungen einen kumulativen Verlust von 231 Millionen US-Dollar erleiden. Die Regierung hatte damit gerechnet, dass sie im laufenden Jahr rund 924 Millionen US-Dollar an Einnahmen generieren würde. Aufgrund der Krise ist dieser Indikator auf 693 Millionen US-Dollar gesunken. Der internationale Tourismus hatte dem zentralamerikanischen Land 2017 einen Umsatz von 700 Millionen US-Dollar beschert – neun Prozent mehr als 2016.

Entnommen: https://latina-press.com/news/252712-unruhen-in-nicaragua-tourismussektor-verliert-70-000-arbeitsplaetze/

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