SEMANA SANTA 2019

Granada – eine der Touristen-Attraktionen Nicaraguas in gähnender Leere.

Die Osterwoche – normalerweise eine Woche, in der es „rund geht“ in Nicaragua. Im allgemeinen läuft dann nichts mehr – weder im Rathaus von León noch in der staatlichen Verwaltung. Bisher hat noch jede Regierung diese gesamte „Heilige Woche“ zum „Feiertag“ erklärt.

Mit dem Erfolg, dass in all den Jahren zuvor die Strände Nicaraguas, sei es am Atlantik, sei es am Pazifik, berstend voll von Turisten (aus aller Welt) waren.  Zum Beispiel 2018 wurden noch über 189.000 ausländische Touristen während der Semana Santa registriert. Am Wochenende vor Ostern 2018 waren bereits über 300.000 Menschen mit „Sack und Pack“ an die Strände Nicaraguas gezogen. All dies hatte natürlich jedes Jahr die Kassen in den verschiedensten Gewerbezweigen, die mit Freizeit und Urlaub zu tun haben, kräftig klingen lassen. Und vor allem auch vielen Familien geholfen, die im informellen Sektor ihr Auskommen finden mussten

Selbst die „Funerarias“ (Beerdigungsinstitute) hatten gut dabei verdient – 2017 gab es immerhin noch 62 Tote (viele davon ertrunken) – 2018 vor Beginn der Unruhen waren es noch 21 und in diesem Jahr 29 Menschen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die auf die verschiedenste Weise zu Tode kamen.

Auch wenn das Regime Ortega/Murillo und die ihm hörigen Medien durch alle möglichen aktuellen Berichte Normalität vorgaukeln wollten. Eine typische nicaraguanische „Semana Santa“ war dies 2019 nicht, obwohl auf allen Fernsehkanälen (in der Hand der Familie Ortega/Murillo) die Ankunft von grossen Kreuzfahrtschiffen in San Juan del Sur und Corinto zelebriert wurde und wohl genährte fröhliche bis ausgeflippte Touristen (merkwüdigerweise fast nur Touristinnen) ausgelassen „Salsa“ und „Merengue“ tanzend am Kai vorgeführt wurden.

Viele, viele Restaurants und Hotels gähnten vor Leere – 2018 war die allgemeine Belegung in der Semana Santa noch über 80 Prozent. Dieses Jahr lag sie bei unter 20 Prozent. Die Besitzer von Bars und Restaurants in unserer Partnerstadt Leon (ebenfall eine touristische Attraktion) haben wie überal in Nicaragua durch die seit April letzten Jahres verschärfte gesellschaftspolitische Krise schwere wirtschaftliche Verluste erlitten. Die Auswirkungen sind in ganz Nicaragua zu spüren, wo der Tourismussektor im vergangenen Jahr 62.400 Arbeitsplätze verloren hat.


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