NICARAGUA Teil 01

GESCHICHTE NICARAGUAS IN KURZFORM – erster Teil

Das Gebiet des heutigen Nicaraguas wurde in grauer Vorzeit von verschiedenen „Eingeborenen-Völkern“ bewohnt. Viele sind inzwischen verschwunden bzw wurden vernichtet. Andere wie die Miskito, Mayanga und Rama leben noch stark reduziert, eng begrenzt und um ihrem Lebensraum in der Region der nicaraguanischen Atlantikküste kämpfend.

Bei seiner vierten Reise betrat Kolumbus im Jahre 1502 zum ersten Mal amerikanischen Boden. Damals landete er im Bereich des heutigen Honduras und segelte anschliessend die nicaraguanische Karibikküste nach Süden.

In der Folge überfielen von Norden und Süden die verschiedensten Eroberer, „Konquistadoren“, wie z.B. Hernán Cortés und auch Francisco Hernández de Córdoba (natürlich immer mit dem Segen der katholischen Kirche) in ihrem Goldrausch die Region Zentralamerika, um den Reichtum der spanischen Krone und ihren eigenen Reichtum zu mehren.

Francisco Hernández de Córdoba, nach ihm ist die Landeswährung benannt, gründete die ersten Städte Nicaraguas: 1523 Granada und 1524 León. Er wurde 1527 von Pedrarias Dávila, dem ersten Gouverneur Nicaraguas, hingerichtet.

Viele „Indigenas“ überlebten diese Zeiten nicht. Sie starben an den durch die „Europäer“ eingeschleppten Krankheiten oder starben kämpfend für ihre Freiheit. Andere wurden versklavt und verschleppt, um in den Silberminen Perus und Boliviens den Reichtum der Spanier zu mehren.

Bis 1550 hatten angeblich nur noch etwa 5000 „Indios“ überlebt und Nicaragua war quasi entvölkert. Der grösste Teil der Region wurde als Kolonie „Vizekönigreich Neuspanien“ von einem „Vizekönig“ regiert. Die Atlantikküste, „Miskitoküste“ konnte allerdings nie von den Spaniern beherrscht werden und war bis 1860 eine Kolonie des „Empires“.

1810 begann von Mexiko aus der Kampf um die Unabhängigkeit, der 1821 siegreich beendet wurde. Das Gebiet südlich des heutigen Mexikos schloss sich nach 1823 zur „Zentralamerikanischen Konföderation“ zusammen.

Szenen aus einem Wandbild an der „Avenida de Bolivar“ in Managua, das die Eroberung und Geschichte des Landes darstellt. In den 80igern von „Canales“ erstellt und kurz nach Regierungsübernahme von Präsident Arnoldo Aleman übermalt und zerstört.

Sie bestand aus den Staaten Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica. Nicaragua trat 1838 aus. Die Konföderation bestand noch bis 1839. Mehrere spätere Versuche, den Zusammenschluss wieder aufleben zu lassen, scheiterten.

In Nicaragua zeigten sich schon im 19. Jahrhundert die starken Gegensätze zwischen konservativer und liberaler Partei, die bis in die Neuzeit immer wieder zu kämpferischen Auseinandersetzungen und zu Bürgerkriegen führten.

Als Folge davon kam es in den Jahren 1909 bis 1933 (mit kurzer Unterbrechung 1926) zum Schutz der nordamerikanischen Besitztümer und Investitionen zu Militäraktionen und dem Einsatz der „marines“ in Nicaragua.

Dabei griffen die USA tief in politische Entscheidungen des Landes ein.  Aussserdem kam es in diesen Jahren durch die USA zur Wahrung ihrer Interessen in Nicaragua zur Bildung der „Nationalgarde“ (Armee und Polizei in einem), die unter der Familie Somoza bis zum Sieg der sandinistischen Revolution am 19. Juli 1979 das Land beherrschte.

Noch immer sagen viele, die diese Zeit noch selbst erlebt hatten: „Damals ging es uns gut – wir durften zwar nicht sagen, was wir dachten – aber wir hatten Arbeit und genügend zu essen“.

Andere berichten, dass Nicaragua in dieser Zeit „die Kornkammer Zentralamerikas“ gewesen sei. Unbestritten ist allerdings auch, dass der beschriebene Wohlstand vor allem der regierenden Familie Somoza und ihren Anhängern zu gute kam.