NATIONALER STREIK

„Tote Hose“ im öffentlichen Verkehr
LA COLONIA – einer der grössten „supermercados“ von León – geschlossen.
Die Menschen haben vorgesorgt und bleiben in ihren Häusern oder Hütten.
Der Boulevard von Sutiava in León – normalerweise eine viel befahren Strasse.
Leere Marktstände in Managua – nationaler Verbraucher-Streik.
Leere Gänge in der UNAN León – sowohl in den privaten wie auch in den öffentlichen Universitäten blieben die Studenten und Lehrer zu hause.
Einsamer Protest vor der Kathedrale von León

Wie bereits bei mehreren kurzfristigen „nationalen Streiks“ im vergangenen Jahr wurde auch diesmal am 23.05.2019 der eintägige „PARO NACIONAL“, zu dem die Zivilgesellschaft aufgerufen hatte, recht konsequent befolgt.

Unsere Quellen in León berichteten, dass die Strassen leer waren und eine allgemeine Ruhe in der Stadt herrschte. Nur wenige Menschen haben ihre Häuser oder Hütten verlassen. Nur sehr wenige haben ihre Geschäfte oder Marktstände geöffnet. Der Streikaufruf wurde praktisch komplett befolgt.

Für viele ergab sich eine neue Erfahrung. Ohne ihr Leben direkt zu gefährden, können sie durch den Verzicht auf Konsum der Regierung Schaden zufügen bzw der neoliberalen Regierungsclique zeigen, wo die Macht des Volkes liegt. Denn mit jedem Tag eines Streiks, bei dem nichts verkauft wird, werden weniger oder keine Steuern bezahlt und die Regierung verliert Steuereinnahmen. Das tut am meisten weh !

Deshalb war dies sicher nicht der letzte „Nationale Streik“.

Der Streik hatte auch noch einen anderen sehr positiven Effekt. Die nicaraguanische Zivilgesellschaft, die sich aus unterschiedlichsten Interessengruppen zusammensetzt, hat dabei erkennen können, dass sie nicht auf Hilfe der Unternehmer und des Unternehmerverbandes COSEP angewiesen ist, um zu einem wirkungsvollen Streik aufzurufen. Das war für viele eine wichtige und wertvolle Erkenntnis !

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