„LEÓN JODIDO“

Seit gestern ist der Nationale Dialog wieder abgebrochen, nachdem die Regierung sich geweigert hatte, die drei zuletzt vereinbarten Punkte, offiziell Vertreter der CIDH, UNO und der EU zur Klärung der Situation ins Land zu holen. Im ganzen Land kam es erneut zu blutigen Auseinandersetzungen mit Toten und Verletzten durch „Paramilitärs“, von denen inzwischen bekannt wurde, dass Verbindungen zum regulären Militär bestehen !

DER „LANG ERWARTETE AUFTRITT“ DES VERHASSTEN „IMPERIO“

Inzwischen sind zwei hochrangige nordamerikanische Delegationen in Managua eingetroffen – zum einen Carlos Trujillo, der Botschafter der USA vor der OEA (Organisation Amerikanischer Staaten) und ausserdem Caleb McCarry, der vom Präsidenten des Komitees für auswärtige Angelegenheiten des Senats, Bob Corker, geschickt worden war.

Beide Delegationen haben den Auftrag zusammen mit der amerikanischen Botschaft in Managua zum einen die Geschehnisse seit Mitte April aufzuklären und zum anderen zusammen mit der Regierung Ortega/Murillo und allen Beteiligten nach Lösungen zu suchen. Nach einem Bericht von Sergio Ramirez soll Caleb McCarry ein besonderes Treffen mit der gesamten Familie Ortega/Murillo und deren Kinder gehabt haben !?!

Und wieder rückt unsere Partnerstadt León in den Vordergrund. León wurde schon in den 70iger Jahren als die „Wiege der Revolution“ bezeichnet. In diesen Tagen steht die Stadt wieder an vorderster Front. In der gesamten Stadt sind inzwischen zum Schutz der Bevölkerung vor den motorisierten Banden über 450 Barrikaden und Strassensperren errichtet – mehr als 1979 beim Triumph der Revolution.

Am Abend wurde dann berichtet, dass sich der vereinte Widerstand in León darauf vorbereitet, León symbolisch zur unabhängigen Stadt zu erklären – León wäre dann die zweite Stadt hinter Masaya, die diesen Schrit gemacht hat. Begründet wird dieser Schritt damit, dass weder die Stadtverwaltung (einschliesslich Bürgermeister) noch die Polizei irgendwelche Macht bzw Kontrolle in der Stadt haben. Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich der amtierende Bürgermeister Roger Gurdian (in Hamburg gut bekannt) mit den die Paramilitärs koordinierenden regulären Militärs getroffen hat – was immer das zu bedeuten hat.

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