KOMPROMISS TROTZ ANHALTENDER GEWALT

Mehrere Erwachsene und zwei Kleinkinder starben in den Flammen.

Zur selben Zeit, als der „Nationale Dialog“ zusammen mit den Vetretern der nicaraguanischen Bischoffskonferenz noch nach einer Lösung suchte, geschahen einige Kilometer weiter im Stadtviertel „Carlos Marx“ die blutigsten Gewaltverbrechen seit Wochen.

Auf der zu dem Zeitpunkt noch tagenden Versammlung des Nationalen Dialogs wurde sofort von beiden Seiten berichtet. Die vereinte Zivilgesellschaft informierte, dass eine Gruppe von Polizisten und bewaffneten Personen in ein Gebäude eingedrungen waren, das als Wohnhaus und als Verkaufsstelle für Matratzen diente. Die Eindringlinge schossen um sich,  brachten einen Gas-Tank zur Explosion und verursachten damit den Tod von vier Erwachsenen und zwei Kleinkindern. Als Nachbarn zur Hilfe kamen, wurden sie ebenfalls beschossen.

Der Vertreter der Regierung stellte den Vorgang genau umgekehrt dar – demnach waren Demonstranten in das Haus eingedrungen, hatten das Feuer eröffnet und die Explosion verursacht.

Video-Aufnahmen belegen ausserdem, wie an verschiedenen Stellen Managuas Gruppen von vermummten Zivil-Personen in Begleitung von Polizisten mit Pistolen und automatischen Gewehren auf alles, was sich bewegt, schiessend durch Wohngegenden ziehen.

Trotz verhärteter Standpunkte von seiten der Regierung konnte ein Kompromiss gefunden werden, der folgendes vorsieht:

Die Regierung versprach erneut die CDIH (Interamerikanische Menschenrechtsorgaisation) zu bitten für mindestens sechs Montate wieder ihre Arbeit aufzunehmen und ebenfalls den „Obersten Kommisar der Vereinten Nationen“ sowie die Europäische Gemeinschaft zum Thema Menschenrechte und Demokratie, um Hilfe zu bitten. Gleichzeitig soll offiziell eine interdisziplinäre unabhängige Expertengruppe der Zivilgesllschaft helfen, die Geschehnisse der letzten Monate aufzuarbeiten.

Zusammen mit den Mitgliedern der den Nationalen Dialog begleitenden Bischoffskonferenz wurde die Forderung erhoben, jegliche Gewalt, an welchem Ort auch immer, zu unterlassen. Die führenden Vertreter der Regierungsdelegation nahmen aber dazu keinerlei Stellung !

 

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