HAMBURG – LEÓN

LEÓN – HAMBURG

Die beiden Bürgermeister stellen sich Vertretern der lokalen Medien. (1995)

Partnerschaft zwischen zwei Städten – zwischen Menschen

Die offizielle Partnerschaft (nach offziellem Hamburger Sprachgebrauch: ENTWICKLUNGSPARTNERSCHAFT) zwischen den beiden Städten León und Hamburg wurde 10.05.1989 unterzeichnet. Davor gab es ab 1984 bereits zivilgesellschaftliche Aktivitäten, die nach und nach zu Vereinsgründungen geführt hatten.

In den 80iger und 90iger Jahren lebte und blühte die Städtepartnerschaft Hamburg-León und war lange Zeit die stärkste und umgangreichste Partnerschaft, die León hatte. In dieser Zeit besuchte der Erste Bürgermeister Dr. Henning Voscherau, als erster und einziger Hamburger Bürgermeister die Partnerstadt.

Die Bürgermeister der beiden Partnerstädte pflanzen zusammen zwei Bäume. Dr. Luis Felipe Perez, León und Dr.Henning Voscherau, Hamburg

Damals tummelten sich in Hamburg auf diesem „Markt“ die unterschiedlichsten Gruppen von Schulinitiativen, Kirchengemeinden, Gewerkschafts- und Parteigruppen und Nichtregierungsorganisationen bis hin zu Einzelpersonen und ihre Initiativen.

Alle wollten mithelfen, das kleine Land nach jahrelangem Bürgerkrieg wieder aufzurichten. War dabei in den 80iger Jahren die Wirtschaftsblockade der USA noch eine der Hauptschwierigkeiten zur Erholung nach dem „Triunfo de la Revolución“, so trat in den 90iger Jahren dann die mangelnde Entwicklung und Armut (Nicaragua ist bis heute immer noch das zweitärmste Land Lateinamerikas) als Problem in den Vordergrund.

León spielte damals als die nicaraguanische Stadt mit den meisten Städtepartnerschaften eine besondere Rolle neben der Hauptstadt Managua.

Von all den Aktivitäten ist im derzeitigen Hamburg leider nicht mehr viel zu spüren. Bereits kurz nach dem Zerfall des Ostblocks und dem Fall der Berliner Mauer orientierten sich viele HamburgerInnen um – in Richtung Osten.

Hervorzuheben sind aktuell:

Der „Freundeskreis Hamburg- León e.V.“, der die Gelder des u.a. vom Ersten Bürgermeister Dr.Henning Voscherau ins Leben gerufenen „Restcent-Projektes“ verwaltet und in Projekten in Leon einsetzt. Unter anderem werden damit in armen Stadtvierteln Leóns Haus-Anschlüsse für Wasser und Abwasser verlegt und das Projekt der müllsammelnden Kinder „Niños del Fortín“ unterstützt. http://www.freundeskreis-leon-hamburg.de

Der „Nicaragua Verein Hamburg e.V.“ – all die Jahre politisch wie praktisch mit Aktionen, Veranstaltungen und Projekten für León arbeitend und der z.Z. der älteste „noch lebende“ Verein der ehemaligen Solidaritätsbewegung..

Die GEW-Mittelamerika Gruppe, die sich immer noch vor allem um Schulpartnerschaften zwischen Hamburg und León kümmert, wenn gleich auch hier die Beteiligung in Hamburg geringer geworden ist.

Das „Netzwerk León e.V.“, das sich anbietet Vermittler für eventuelle Projekte oder Aktivitäten zu sein.

Der „Marie Schlei Verein Hamburg e.V.“, der schon seit Beginn der Städtepartnerschaft Projekte für Frauen in León unterstützt.

Sowie zahlreiche kleinere Gruppen, Gemeinschaften und Kirchen.

Hamburgs Erster Bürgermeister wollte alles genau wissen. Hier in einem Projekt des Marie Schlei Vereins Hamburg (Casa Lucila Matamoros).

Auf diesen Verein gehen die Wurzeln von „KINDERTRÄUME e.V. –Suenos de Ninos e.V.“ zurück.

Die Hilfe aus Hamburg hält zwar nach wie vor an – allerdings auf wesentlich niedrigerem  Niveau als in früheren Jahren.

Für alle, die trotzdem weitermachen und helfen wollen, ist dies aber in letzter Zeit durch „bürokratische“ Hindernisse vor Ort, sowie anhaltende Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit auf Distanz und zunehmende Knappheit der Mittel in Hamburg, etwas eingeschränkt.

Umso wichtiger ist daher, die direkte Hilfe im Land mit einer starken, zuverlässigen, lokalen Partnerorganisation auf der einen Seite und mit langjähriger Erfahrung vor Ort, gegenseitigem Vertrauen und ständigem Monitoring auf der anderen Seite.