„ES TUT SEHR WEH, HIER ZU SITZEN UND ALL DAS LEID VON FREUNDEN ZU SEHEN UND IHNEN NICHT HELFEN ZU KÖNNEN….“

ABER leider müssen Sie die aktuellen Probleme selbst lösen bzw den Kampf um Freiheit zu Ende bringen. Wir können nur helfen, indem wir Öffentlichkeit schaffen hier bei uns im „Ländle“, wo immer es geht und dabei auf die jahrelange sich von Jahr zu Jahr zuspitzende Repression, Gewalt, Korruption und „staatliche Gesetzlosigkeit“ aufmerksam machen.

Anna Quiroz, die Direktorin von CISAS (dem Zentrum für Information und Beratung in Gesundheitsfragen) und Mitglied des Netzwerks „Gewalt gegen Frauen“ – mit ihr zusammen hatte ich vor ein paar Jahren ein grosses Hilfsprojekt in Leon für Menschen mit Aids durchgeführt. Sie war jetzt eines der Opfer – angegriffen  von einer paramilitärischen, motorisierten und vermummten Gruppe auf einer friedlichen Demonstration in der Hauptstadt Managua – die Polizei schaute dabei tatenlos zu.

Gestern wurde der Untersuchungsbericht von AMNESTIE INTERNATIONAL auf einer Pressekonferenz in Managua von der Nicaraguanerin, Bianca Jagger, der Ex-Frau von Mick Jagger, vorgestellt. Dabei kommt die Kommission, die mit vielen Behinderungen durch die offiziellen Stellen arbeiten musste, zu dem Ergebnis, dass inzwischen 83 Menschen umgebracht worden sind – zusammengeschlagen, verschleppt und gefoltert oder direkt erschossen (von paramilitärischen Banden der Regierungspartei oder ganz offiziell von der Polizei, die sowohl in Uniform wie auch in zivil agiert). AI stellt fest, dass die Regierung eine „estrategia de represión letal“, eine Strategie der tödlichen Repression“ verfolgt.

Selbst auf „zivilen Fahrzeugen“ geht die Polizei „auf Jagd“

Die „wahren Helden dieser Tage“ sind all die Jugendlichen, die ihr Leben und ihre Gesundheit wagen, indem sie für ein Ende der Gewalt, der Korruption und der Repressalien auf die Strasse gehen, sich zusammenschlagen, verschleppen, foltern und umbringen lassen – von den „Schergen“ des einstigen glorifizierten Revolutionshelden Daniel Ortega und seiner Ehefrau und Vice-Präsidentin, die seit kurzem in den Schulbüchern Nicaraguas ebenfalls als Heldin der Revolution gefeiert wird.

Die „wahren Helden dieser Tage“ sind aber auch alle die Helfer und Helferinnenin in der Not, wie meine Freunde und Freundinnen vom Cruz Roja in Leon und den anderen Städten, dem nicaraguanischen Roten Kreuz, mit dem das Jugendrotkreuz Hamburg seit einigen Jahren eine enge Freundschaft hat.

Viele der Verletzten und Sterbenden der letzten Wochen wurden in unserer Partnerstadt Leon in einer AMBULANZ ins Krankenhaus transportiert, die vom Hamburger Roten Kreuz vor Jahren den Freunden in León gespendet worden war.

Nicht vergessen werden sollten dabei auch all die BOMBEROS, der Leoner staatlichen Feuerwehr, die schon seit vielen Jahren sehr enge Beziehungen zur Feuerwehr in Hamburg haben. Dutzende in unserem Land ausgemusterte Ambulanzen und Löschfahrzeuge haben jahrelang in unserer Partnerstadt noch grosse Dienste geleistet und vielen Menschen geholfen. So auch bei diesen blutigen Auseinandersetzungen, deren Ende bisher nicht abzusehen ist.

Es sieht eher so aus, dass die Regierung darauf baut, dass der Widerstand langsam ermüdet und dass beim Einsetzen der beginnenden Regenzeit die Demonstrationen und Proteste sowie Blockaden auf den Strassen nachlassen und an Beteiligung der Bevölkerung verlieren.

 

 

 

 

 

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