Das Morden geht weiter

Begräbnis von Matt Andrés Romero, einem Jungen von 16 Jahren, der von Paramilitärs während eines friedlichen Marsches in Managua ermordet worden war.

Die Geschichte des jungen Andres Matt Romero, 16, in der Hauptstadt Managua, der gesagt hatte „Ich will ein freies Nicaragua sehen.“

Er verliess das Haus am Sonntag, 23.09.2018, um 9:00 Uhr morgens mit einem blau-weissen Schal um den Hals. Vorher fragte er noch einen Onkel von ihm: „Wie sehe ich aus ?“ – „Du siehst königlich aus, pass auf dich auf, Sohn“, antwortete sein Onkel Ismael Reyes. Das war der Abschied.

Matt Andrés Romero, wurde am Sonntag, beim Marsch mit dem Motto „Wir sind alle die Stimme der politischen Gefangenen“ in Managua bei den gewalttätigen Angriffen der Paramilitärs und Ortega-Banden auf die Demonstranten ermordet.

Er wurde in die Brust geschossen und fiel in der Strasse „Tamarindo“ im Stadtteil “ Las Americas 3″, nahe dem Markt „Ivan Montenegro“, wo der Angriff stattfand. Diejenigen, die an diesem Ort waren, behaupten, dass es sich um Paramilitärs gehandelt hatte, die mit bedeckten Gesichtern und auf Motorrädern unterwegs waren und auf die Demonstrierenden schossen. Gleichzeitig kreiste eine Drohne über dem Geschehen.

Laut einer Pressemitteilung der Polizei Ortegas ereignet sich der Tod von Romero in einem „Kreuzfeuer“ zwischen den Demonstranten.

Romero war Schüler der vierten Klasse einer Realschule in Managua. Er hatte sich seit Beginn der Proteste, so seine Familie, dem „Bürgerkrieg“ angeschlossen. „Er marschierte, weil er ein freies Nicaragua sehen wollte, er wollte nicht, dass noch mehr junge Leute sterben“, sagte sein Onkel.

Romeros Onkel war zu Hause und beobachtete den paramilitärischen Angriff im Fernsehen und sah plötzlich die Bilder seines Neffen, er hatte eine Wunde in der Brust.

Er rief: „Es ist Andrés!“ und rannte, um seine Schwester zu warnen. Danach gingen sie an den Ort des Geschehen und dann ins „Hospital Aleman Nicaragüense“, wohin man den Sterbenden gebracht hatte.

Die „Mörder“ brachten später die Leiche in das Haus, wo der junge Andres mit seiner Familie gelebt hatte. Der Leichenzug mit dem Sarg wurde begleitet von 10 grossen Pickups Hilux (das Transportmittel der Paramilitärs). Sie wollten der Familie die Leichenfeiern bezahlen. Aber die Eltern des jungen Mannes nahmen nichts an.

Sie nahmen die Leiche ihres Sohns aus dem Sarg und gaben ihn den „Mördern“ zurück, genauso wie all das andere für die Leichenfeier.

Danach kamen Journalisten von Channel 4 (einem der Fernsehkanäle der Familie Ortega) und wollten Interviews, um die seltsame Version der Polizei zu bestätigen. Aber all waren empört und wiesen alles ab.

Für jeden Nicaraguaner eine Frage der Würde.

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