Carlos Mejía Godoy, muss wegen Verfolgung ins Exil.

Carlos Mejía Godoy, der Liedermacher der „sandinistischen Revolution“, geht wegen akuter Bedrohung durch das Regime Ortega-Murillo nach Costa Rica ins Exil. Er will das Exil nutzen, um die Unterdrückung und Verfolgung in dem kleinen mittelamerikanischen Land weiterhin anzuprangern.

Die Geschichte scheint sich in Nicaragua vierzig Jahre nach dem „Triumph der sandinistischen Revolution“ zu wiederholen. Carlos Mejía Godoy, der weit über die Grenzen Nicaraguas hinaus bekannte Sänger der Volksrevolution von 1979 und Schöpfer der „misa campesina“, der nicaraguanischen Bauernmesse, hatte in den letzten Wochen die Proteste und Demonstrationen der StudentInnen, der Mütter und Frauen und der gesamten Zivilgesellschaft durch neue Lieder im bürgerlichen Aufstand, den das Land gegen die Diktatur von Daniel Ortega und seiner Frau Rosario Murillo erlebt, begleitet.

Mejía Godoy berichtete, dass er alarmiert worden war, dass sein Leben in Gefahr sei, nachdem er einen Wirbelsturm von Liedern gestartet hatte, die auf die Proteste der Bevölkerung gegen das Ortega-Murillo-Regime anspielen.

Carlos Mejía Godoy versicherte, dass er nach Nicaragua zurückkehren wird, wenn seine Sicherheit wieder gewährleistet ist. Er bekräftige aber auch, dass er seine ganze Kunst und sein Können nutzen wird, um der Stimme des nicaraguanischen Volkes Gehör zu verschaffen – wie er es bereits  1979 in Spanien, während seines damaligen Exils sehr erfolgreich getan hatte.

„Ich musste Nicaragua verlassen, ohne es jemandem zu sagen. Mir wurde empfohlen, das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Ich blieb so lange in Nicaragua, wie ich konnte. Ich ging jetzt ins Exil, weil ich meine Stimme auch ausserhalb von Nicaragua für wichtig halte“, sagte der Komponist und Sänger.

Bereits am 19.Juli zum diesjährigen Jahrestag des Sturzes der Diktatur von Anastasio Somoza und dem Triumph der sandinistischen Revolution hatte er in einem Brief an den ehemaligen linken Führer und „neuen Diktator“ Daniel Ortega gefordert, die Repression gegen die Menschen, die Menschenrechte und wirkliche Demokratisierung des Landes fordern, sofort zu beenden.(„Daniel: Pará ya esta barbarie“ – „Daniel: Beende diese Barbarei“).

Er schrieb darin unter anderem „Daniel: Ich wurde 75 Jahre alt. Und fünfzig Jahre (ein halbes Jahrhundert) singe ich von der Realität meines Volkes. Ich habe schlechte Nachrichten für Dich. Ich werde nie in Rente gehen, denn wie Du weisst, gehen Vögel nie in Rente. Deshalb bin ich hier, mehr denn je, der Sache von Freiheit, Gerechtigkeit und Anstand verpflichtet“.

In diesem offenen Brief, der während der Hauptsendezeit im Fernsehen live vorgelesen wurde, warf Carlos Mejía der Regierung Ortega vor, „einen Rambo-Zynismus“ auszuüben und seit dem 19. April systematischen Völkermord am nicaraguansichen Volk zu verüben: „Im Namen Gottes, der dies alles sieht, hört auf zu töten. Jetzt ! – Daniel, hör auf zu töten !“

Die Drohungen gegen Godoy ließen nicht lange auf sich warten und erreichten schnell auch die Kinder und die gesamte Familie des Künstlers.

Als Ergebnis der brutalen Unterdrückung durch das Ortega-Murillo-Regime hatte Carlos Mejía Godoy mehrere Lieder komponiert, um das Andenken an die Studenten zu ehren, die den Kampf des nicaraguanischen Volkes für Demokratie und Menschenrechte in ihrem Land avantgardistisch gestaltet haben und noch immer gestalten:

„Los héroes de abril“, „Las madres de abril“, „Soy Álvarito Conrado“ und „Monimbó, siempre con vos“ sind nur einige der jüngsten Lieder, die Mejía Godoy nach den Protesten vom 18. April komponiert hat.

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