Auch eine Form der ZENSUR

Regierung ORTEGA/MURILLO hält weiterhin die kostenlose Internetverbindung in Nicaraguas Parks unterbrochen.

Eine grosse Errungenschaft in der Kommunikation, die von den Menschen jeglichen Alters, besonders natürlich von Kindern und Jugendlichen, freudig benutzt worden war, das FREIE INTERNET in den Parks, ist weiterhin unterbrochen.

Wifi-Parks wurden im Jahr 2015 geboren und auf das gesamte Staatsgebiet ausgedehnt. Der Regierungsdiskurs wies darauf hin, dass es ein wichtiges Instrument für die Bildung und vor allem für Kinder und Jugendliche sei, ihre Hausaufgaben zu machen und sich zu bilden.

Das Problem aber war, dass die jungen Leute anscheinend nicht so einfach zu „kaufen“ waren und das musste wohl auch Ortega und Murillo schnell erkennen.

Experten des Landes glauben, dass „es ein billiger Weg war, den jungen Leuten zu gefallen“, die angeblich apathisch „rumhingen“.

In fast allen Städten und grösseren Dörfern, wo Netzverbindung bestand, war  auf den zentralen Plätzen der freie Internetzugang für „jedermann“ eingerichtet und sehr stark frequentiert worden.

Beobachter der Ereignisse ab Mitte April behaupten sogar, dass ohne diese „freiwillige“ Einrichtung der Regierung, all die Protestaktionen entweder gar nicht in der Form möglich oder so erfolgreich gewesen wären – ohne den öffentlichen Zugang zu den sozialen Netzwerken.

Der Vorteil des freien Internetzugangs war, Hunderte von Videos und Fotos, die die exzessive Gewalt der nationalen Polizei gegen die Demonstrationen zeigten, zu veröffentlichen und das zu zeigen, was nicht im offenen Fernsehen (von Ortega/Murillo) zu sehen war.

„Der politische Kampf in den sozialen Netzwerken aber war völlig ungleich –  zehn zu eins. Die Regierung hatte keine Chance, den Diskurs zu dominieren; ausserdem lebte sie in der Defensive, eine Minderheit, und angesichts dessen hatte sie rasch erkannt, dass sie der Bevölkerung damit die Möglichkeit gegeben hatte, sich zu organisieren und ihre Ideen zu bekämpfen.

Sechs Tage nachdem die selbstorganisierten Menschen am 18.04.2018 auf die Straße gegangen waren, um gegen die gescheiterte Sozialversicherungsreform zu protestieren, hatte die Regierung das Wifi-Signal in den Parks von Managua, und dann überall im Land, blockiert.

Und obwohl die Regierung darauf besteht, eine „normale“ Atmosphäre in Nicaragua zu zeigen, ist eine der wichtigsten Attraktionen für die Bevölkerung, der freie Internetzugang in den Parks, immer noch ausgesetzt und wird wahrscheinlich nicht wieder aufgenommen – zumindest solange nicht, wie der letzte Funke von Widerstand in der Bevökerung besteht.

 

 

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