HAMBURG – LEÓN, Partnerschaft zwischen Städten – Beziehung zwischen Menschen.

1979 befreite sich Nicaragua von einer 30 Jahre langen Diktatur, die das Land beherrscht und den Reichtum des Landes für sich und die seinen genutzt hatte.

Schnell wurden die Veränderungen in Nicaragua zum Leitbild für viele sozial und politisch motivierte Menschen in Deutschland und ganz Europa. Vielerorts entstanden Partnerschaften zwischen Städten. Auch in Hamburg bildeten sich Initiativen.

1989 führte hier das Engagement vieler Bürger zu einer offiziellen Städte-Partnerschaft zwischen Hamburg und der Universitätsstadt León. Sie blühte seitdem viele Jahre lang und hat den Menschen dort viel Gutes gebracht hat.

Lange gab es über 30 Partnerschaften zwischen Hamburger und Leoner Schulen. Es gründeten sich mehrere gemeinnützige Vereine, die Projekte für Frauen, Kinder und Jugendliche und städtische Entwicklung förderten oder zusammen mit NicaraguanerInnen entwickelten.

Von staatlicher Hamburger Seite wurden Projekte über die Stadtverwaltung Leóns unterstützt, die vor allem der armen und bedürftigen Bevölkerung zu gute kamen. In all den Jahren wurde León und Nicaragua immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht – Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen oder Trockenheit.

Immer konnten die Menschen in León damit rechnen, dass sie nicht vergessen waren und Hilfe aus den Partnerstädten kam. So auch 1998 als der schwere Hurrican Mitch über Nicaragua fegte und etwa 9.000 Tote forderte. Schnell und unbürokratisch motivierte der damalige Bürgermeister Hamburgs die Bevölkerung, mit dem Resultat, dass aus der Hansestadt insgesamt über 1 Mio US Dollar nach León kamen und über 300 einfache Häuser in vier Siedlungen gebaut werden konnten – eine trägt heute noch nach Wunsch der Bewohner den Namen „Reparto Hamburgo“.

Das „Rest-Cent“-Projekt, die Summe aus den Cent-Beträgen tausender Hamburger Angestellte wird benutzt, um Wasser- und Abwasser-Projekte mit der Leoner Stadtverwaltung zu realisieren – ein kleiner Anteil geht in Kinderprojekte. Dieses „Rest-Cent“-Projekt ist heute noch der grösste Topf , von dem aus Projekte in León gefördert werden (wenngleich zum grossen Teil über die Stadtverwaltung Leóns).

Seit April steht Nicaragua wieder etwas im Blickpunkt. Nach Demonstrationen gegen Rentenkürzungen kam es zu schweren Protesten in der Bevölkerung. Es bildete sich eine große soziale Bewegung aus allen Schichten der Gesellschaft.

Die Regierung versucht seitdem sie niederzuschlagen – bisheriges Resultat über 400 Tote, über 2000 Verletzte und viele Verschleppte.

Trotz Vermittlung namhafter Menschenrechtsorganisation (OEA, CIDH und UNO) und Kirche konnte bisher keine Befriedung erzielt werden.

Die Regierung steht isoliert allein gegen ihr Volk und hat  grossangelegte „Säuberungsaktionen“ und „Kriminalisierunskampagnen“ gegen Beteiligte an den Protesten begonnen.

Ausdruck davon sind die das gesamte Gesundheitssystem betreffenden Entlassungen von Ärzten und medizinischen Spezialisten sowie die Verhaftungen und Verschleppungen aufgrund anonymer Listen (geführt von den CPCs in den Stadtteilen, den Überwachungskomitees der Regierungspartei).

Die Prozesse werden ohne Rechtsbeistand für die „Angeklagten“ und hinter verschlossenen Türen geführt und die Verurteilten verschwinden sofort danach in entsprechenden Haftanstalten (obwohl nachweislich eindeutige Hinweise auf ihre Unschuld bestehen und sie nur ihr Recht auf freie Meinungsäusserung genutzt hatten).

Mit dieser dokumentarischen Foto-Ausstellung soll gezeigt werden, wie sich in unserer Partnerstadt Nicaraguas Geschichte wiederholt und die „Enkel“ der Revolution von 1979 jetzt erneut für Demokratie und Menschrechte kämpfen müssen – während einstige „Revolutionshelden“ eine neue Familiendiktatur installiert haben..

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